Hasewue's Blog

Meine Bücherwelt….

Leseliste März 2014

Gelesen

  1. Yrsa Sigur∂ardóttir – Feuernacht sterne50S
  2. Barbara Slawig – Visby sterne45S
  3. Jane Austen – Vernunft & Gefühl sterne50S
  4. Michelle Harrison – Schlaf nicht ein sterne50S (HIGHLIGHT!!!!)
  5. Robin Sloan – Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra sterne20S
  6. Kathrin Lange – 40 Stunden sterne30S
  7. Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods sterne50S (HIGHLIGHT!!!!)
  8. Doris Bewernitz – Wo die Seele aufblüht sterne50S
  9. Andreas Föhr – Der Prinzessinnenmörder sterne40S
  10. Heinz Strunk – Fleisch ist mein Gemüse sterne50S

Neuzugänge

Fazit

Was für ein Monat!

Dass der März ein von Buchkauf geprägter Monat sein wird, war mir schon klar als ich Ende 2013 gesehen habe, welche Bücher im März 14 neu erscheinen werden. Deswegen zogen dann auch viele druckfrische Ausgaben und wieder ein paar Rezensionsexemplare ein.

Zudem gibt es einfach zu viele gute Bücher, um sich wegen seines SUBs Gedanken zu machen ;)

Qualitativ war der März dann auch ein richtig guter Monat. “Schlaf nicht ein” und “Das unerhörte Leben des Alex Woods” sind definitiv Jahreshighlights. Zwei Enttäuschungen waren dann auch dabei, aber die positiven Bücher überwiegen doch.

Und trotz Hausarbeit konnte ich auch quantitativ einiges gutmachen. 10 Bücher mit 3.968 Seiten, ein guter Monat!

Wo die Seele aufblüht

Von Doris Bewernitz

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Inhalt:

Buecher.de

Warum ein Regenwurm Geduld lehrt, wozu eine Kohlmeise einen Hund braucht, der Kosmos des Komposts, die Namen der Rosen und das Credo der Nacktschnecke: Wie viel Sinnbildliches hält die Natur doch bereit! Noch dazu, wenn es sich um ein überschaubares Stück Natur handelt, das eng mit dem Menschen verbunden ist. Doris Bewernitz erzählt Lebens-Geschichten aus ihrem Garten. Aus jedem Garten. Denn alle Gärten sind Lehrmeister für ein glückliches Leben.

 

Meine Meinung:

Doris Bewernitz erzählt in „Wo die Seele aufblüht: Warum ein Garten glücklich macht“ ihre Lebensgeschichte aus ihrem Garten.
Poetisch und sehr detailverliebt schildert sie kleine Episoden und das Leben im Garten. Unterteilt ist das Buch in „Vorfrühling“, „Frühling“, „Sommer“, „Spätsommer“, „Herbst“, „Spätherbst“ und „Winter“. Zu jedem Kapitel erzählt Bewernitz Anekdoten passend zur Jahreszeit und gibt gute Tipps für den eigenen Garten und das darin enthaltene Leben.
Man spürt beim Lesen deutlich die Liebe der Autorin zu ihrem Garten und die Momentaufnahmen, festgehalten in einer blumigen, anschaulichen Sprache, machen das Büchlein zu etwas ganz besonderem.
Die Aufmachung ist ebenfalls sehr gelungen und die Zeichnungen von Charlotte Wagner sind passend und sehr schön.
Für mich ist „Wo die Seele aufblüht“ ein inspirierendes Büchlein, das Tipps gibt und zeigt, dass die Schönheit und das Glück oft in den kleinen, vermeintlich unbedeutenden Dingen zu finden ist.

sterne50S

 

Vielen Dank für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars:
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Das unerhörte Leben des Alex Woods

Von Gavin Extence

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Info zum Buch:
Der Schauplatz ist hauptsächlich England. Der Originaltitel lautet “The Universe versus Alex Woods“.

 

Inhalt:

Buecher.de

Eine Geschichte, die erzählt, wie besonders Freundschaft sein kann

Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat …

 

Meine Meinung:

Der 10jährige Alex Woods hat es nicht leicht im Leben. Seine hellseherisch begabte Mutter ist der Spott der Mitschüler.
Als er im miesepetrigen Mr. Peterson einen Freund findet, lernt er, dass nur die eigenen Entscheidungen wichtig im Leben sind.
Mit „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ist Gavin Extence ein ganz besonderes Buch gelungen. Allein mit Alex hat er einen sympathischen, unterhaltsamen, etwas speziellen und vor allem liebenswerten Charakter geschaffen, der sich seine eigenen Gedanken über das Universum, den Tod und den Sinn des Lebens macht.
Die Handlung hat viele philosophische Züge, wobei das Buch vielschichtig und tiefgründig wird. Humor und Ernsthaftigkeit liegen hier nahe beieinander, wobei die unterhaltsamen Stellen überwiegen.
„Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ist eines dieser besonderen Bücher, das das eigene Leben bereichert, zum Nachdenken anregt, berührt, einen von Beginn an fesselt und bis zum Ende nicht mehr loslässt.
Ein Buch, das lange nachhallt und besonders Alex werde ich so schnell nicht vergessen.
sterne50S

 

Vielen Dank für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars:
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Feuernacht

Von Yrsa Sigur∂ardóttir

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Info zum Buch:
Das Buch ist der fünfte Fall der Krimireihe um die isländische Rechtsanwältin Dóra Guðmundsdóttir. Es spielt in Reykjavík/Island.

 

Inhalt:

Buecher.de

Tödliche Flammen, eiskalte Lügen …
Die Reykjavíker Anwältin Dóra Guðmundsdóttir nimmt einen alten Fall wieder auf: Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom, soll einen Brand in seinem Behindertenheim gelegt haben, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Jakob lebt inzwischen in einer Psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, zusammen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jósteinn. Ausgerechnet der engagiert Dóra, weil er Jakobs Unschuld beweisen will. Obwohl Dóra den Mann höchst unsympathisch findet und nicht genau weiß, warum er die Sache noch einmal aufrollen will, beginnt sie zu recherchieren und stößt auf mysteriöse Hinweise: Dóra bekommt immer wieder kryptische SMS, Angehörige eines Opfers haben offenbar etwas zu verbergen, ein Radiomoderator wird in seiner Sendung von unangenehmen Anrufen belästigt, und eine junge Mutter glaubt, dass ihr kleiner Sohn vom Geist seines toten Kindermädchens heimgesucht wird, das bei einem Autounfall mit Fahrerflucht ums Leben kam. Schließlich führt eine heiße Spur die Anwältin ins isländische Justizministerium

 

Meine Meinung:

Die Reykjavíker Anwältin Dóra Gu∂mundsdóttir nimmt einen alten Fall wieder auf in dem Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom, wegen Brandstiftung in seinem Behindertenheim verurteilt wurde. Bei dem Brand kamen fünf Menschen ums Leben und Dóra stößt bald auf einige Ungereimtheiten.
„Feuernacht“ ist der fünfte Fall für Dóra und Yrsa Sigur∂ardóttir hat wieder ein sehr gutes Buch abgeliefert.
Nachdem ich vom vierten Teil „Die eisblaue Spur“ etwas enttäuscht war, war dieser Fall deutlich spannender mit einem Hauch überirdischem Grusel.
Die Idee war wieder sehr gut und ich mag Dóra nach wie vor. Ihre Art ist erfrischend und sympathisch und ich lese gerne Bücher mit ihr. Einzig ihr Freund Matthias Reich kam im Vergleich zu vorherigen Büchern etwas schlechter weg.
Ansonsten war der fünfte Fall ein äußerst spannendes Buch mit einer sensiblen und bewegenden Thematik und einem mystischen Touch.
Weitere Bücher werde ich auf jeden Fall lesen!

sterne50S

Schneewittchen muss sterben

Von Nele Neuhaus

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Info zum Buch:
Das Buch spielt wieder im Taunus/ Deutschland und ist der 4. Fall für die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein.

 

Inhalt:

Buecher.de

Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd…

 

Meine Meinung:

In ihrem vierten Fall ermitteln die Kommissare Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff in einem Fall, der sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit betrifft.
Tobias Sartorius, der nach zehn Jahren aus der Haft entlassen wird, wird erneut verdächtigt eine Frau brutal ermordet zu haben.
Dennoch gibt es, wie auch in der Vergangenheit schon Ungereimtheiten, was die eindeutige Schuld des Verdächtigen betrifft.
Im Heimatdorf des mutmaßlichen Täters beginnt daraufhin eine Hexenjagd.
„Schneewittchen muss sterben“ ist der vierte Teil von Nele Neuhaus’ Reihe über die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein.
Bisher habe ich alle Bücher von Neuhaus gerne gelesen, aber „Schneewittchen muss sterben“ lässt mich etwas ernüchternd zurück. Denn nach „Tiefe Wunden“, einem genialen dritten Teil der Reihe, hatte ich natürlich hohe Erwartungen an Teil 4 und diese konnten nicht erfüllt werden.
Nele Neuhaus schreibt zwar flüssig, anschaulich und lebhaft, aber der vierte Fall beinhaltete dann leider viele Längen und kommt nicht so richtig in Schwung.
Für mich war die Auflösung viel zu vorhersehbar und in meinen Augen hätten 100 Seiten weniger der Geschichte recht gut getan.
„Schneewittchen muss sterben“ konnte mich leider nicht fesseln, dafür war das Privatleben der Ermittler spannender als der Fall, weshalb ich zuversichtlich bin was den fünften Band betrifft.
Für mich ist der vierte Teil leider nur Mittelmaß was Spannung und Thematik betrifft.
Schreibstil, Atmosphäre und Protagonisten sind nach wie vor gleich gut.

sterne30S

 

Vielen Dank für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars:

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Wer ist Violet Park?

Von Jenny Valentine

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Inhalt:

Buecher.de

Es kommt nicht oft vor, dass der 16-jährige Lucas Swain Freundschaftenschließt. Er ist lieber für sich, denkt nach, grübelt herum. So ist es für ihn ein richtiges Ereignis, als er sich mit Violet Park anfreundet, denn Violet ist – tot. Und Lucas rettet ihre Urne. Das erste Mal hörte Lucas von Violet in einem kleinen Minicar-Büro, mitten in der Nacht. Ihre Überreste stehen in einer Schachtel auf einem Regal. Allein die Tatsache, dass sie einmal gelebt hat und nun bis in alle Ewigkeit in einem verräucherten Büro stehen muss, setzt Lucas so zu (mal davon abgesehen, dass er eine Nanosekunde glaubt, sie würde ihn aus der Urne heraus um Hilfe anrufen), dass es für ihn zu einer Mission wird, herauszukriegen, wer diese Frau war. Was er erfährt, lässt ihn sein eigenes Leben besser verstehen.

 

Meine Meinung:

Als der 16 – jährige Lucas Swain in einem kleinen Minicar – Büro die Urne von Violet Park findet, weiß er noch nicht, dass diese Begegnung sein Leben verändern wird und es einen Zusammenhang zu seiner Vergangenheit gibt.
Nachdem sein Vater vor fünf Jahren verschwunden ist, ist seine alleinerziehende Mutter depressiv und lässt ihre Wut an Lucas und seinen beiden Geschwistern aus.
Lucas streift von da an immer umher auf der Suche nach seinem Vater.
Bei einem dieser Streifzüge findet er Violet Parks Urne und ist sofort fasziniert. Er versucht daraufhin deren Identität und Geschichte herauszufinden.
Jenny Valentine erzählt in „Wer ist Violet Park?“ auf unterhaltsame und flüssig geschriebene Weise die Geschichte des 16 – jährigen Lucas Swain, der durch das Verschwinden seines Vaters zum Einzelgänger wurde.
Am Anfang ist die Geschichte um Lucas und die mysteriöse Violet Park eher unspektakulär, was sich aber im weiteren Verlauf ändert.
Die komplette Handlung gewinnt an Tiefgang und macht nachdenklicher.
Ein schön zu lesendes Büchlein mit verschiedenen Facetten.

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Ostersonntag

Von Harriet Köhler

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Inhalt:

Buecher.de

Der Vater verliert langsam sein Gedächtnis, die Mutter ihre Schönheit. Die Kinder der beiden wissen nicht recht, wer sie eigentlich sind und was sie anfangen sollen in ihrem Leben. Über dieser Familie, die alle nur fliehen wollen, die Mutter hat Affären, der Vater hebt kaum den Blick, die Kinder kommen nur heim, wenn es nötig ist, lastet ein Fluch: Friederike ist tot. Die jüngste Tochter Friederike, die ohnehin viel zu offen und zu offensichtlich schwierig war, hat sich vielleicht das Leben genommen.

 

Meine Meinung:

Vier verschiedene Menschen. Eine Familie. Heiner, ein pensionierter Professor für Insektenkunde, vegetiert vor seinem Discovery Chanel vor sich hin. Seine Ehefrau Ulla, von Beruf Gattin, versüßt sich währenddessen ihr Leben auswärts. Linda, eine erfolgreiche Kolumnistin, will von ihrer Familie nicht wirklich viel wissen und Ferdinand verkörpert eher den Verlierertyp: von seiner Freundin verlassen und ohne Job irrt er nachts durch Berlin.
Nur ein Tag im Jahr vereint die vier – und das ist der Ostersonntag.
Harriet Köhler schildert in „Ostersonntag“ einen Ausschnitt aus dem Leben einer Familie, die sich selbst fremd geworden ist.
Dabei spricht der Erzähler die Protagonisten immer direkt an. Teilweise mit Spott, teilweise mit Mitgefühl.
Köhler schafft es mit facettenreichen Schilderungen und einem ironischen Ton den Leser neugierig zu machen und ihn an die Geschichte zu fesseln.
„Ostersonntag“ ist eine faszinierende Geschichte mit distanzierten Charakteren.
Mit einem außergewöhnlichem Schreibstil und einem Hauch Melancholie erschafft Harriet Köhler eine unterhaltsame und alltägliche Geschichte über die Sprachlosigkeit in der Familie mit einer tollen Atmosphäre und dem Hauch nach etwas besonderem.

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40 Stunden

Von Kathrin Lange

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Info zum Buch:
Der Schauplatz ist Berlin/ Deutschland. Es ist der 1. Fall für Kommissar Faris Iskander.

 

Inhalt:

Buecher.de

Wenn er versagt, wird Berlin brennen …

Als Faris Iskander – Ermittler einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen – ein Video erhält, in dem ein Mann ans Kreuz geschlagen wird, ahnt er nicht, dass dies der Beginn eines wahren Alptraums ist. Denn ihm bleiben nur 40 Stunden, um das Opfer zu finden. Versagt er, wird der Täter überall in Berlin Bomben zünden. Während Zehntausende von Menschen nichtsahnend den ökumenischen Kirchentag feiern, stellt sich Faris dem Wettlauf gegen die Zeit. Als er plötzlich eine Verbindung zu einem früheren Fall findet, muss er feststellen, dass der Täter ihm näher ist, als er es jemals für möglich gehalten hätte …

 

Meine Meinung:

Bomben in Berlin. Als der Ermittler Faris Iskander ein Video erhält, in dem ein Mann gekreuzigt wird, ahnt er noch nicht, dass in Berlin bald die Hölle losbricht.
Auf die U-Bahn wird ein Bombenanschlag verübt und Faris bleiben 40 Stunden, um den Gekreuzigten zu finden, weil sonst noch mehr Bomben gezündet werden.
Kathrin Lange hat mit „40 Stunden“ einen hochspannenden und temporeichen Thriller geschrieben.
Leider hat er zwei gravierende Schwächen.
Der erste Kritikpunkt sind die ständigen Unterbrechungen. Immer, wenn eine Person etwas Wichtiges entdeckt hat oder sagen will, wird sie unterbrochen. War es zu Beginn noch nicht so auffällig und war eher als Spannungselement zu sehen, wurde es nach der Hälfte des Buches immer auffälliger und störender. Man konnte sich schon sicher sein, dass die Person ihren Gedankengang nicht fortsetzen würde/ könnte und es wurde dann auch nicht mehr darauf eingegangen. Für mich schwer nachvollziehbar, da die Person zwar unterbrochen wurde, aber deswegen nicht an Gedächtnisverlust leidet und der Aspekt durchaus hätte vollendet oder wiederaufgenommen werden können.
Der zweite Kritikpunkt war dann die Vorhersehbarkeit des Falles. Mir war schon relativ früh klar, wer der Täter war, deswegen hatte ich auch im letzten Drittel der Geschichte das Gefühl, dass dem Buch etwas die Luft ausging. Vieles war leider zu offensichtlich, nur die Ermittler tappten zu lange im Dunkeln.
Aber dennoch habe ich es sehr gerne gelesen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die Geschichte liest sich auch sehr zügig.
Die Thematik fand ich sehr gut und besonders der Anfang des Buches mit dem Bombenanschlag auf die Berliner U-Bahn war sehr beklemmend und atmosphärisch.
Ob ich jetzt weitere Fälle mit Faris Iskander lesen werde, weiß ich noch nicht. Zu Beginn fand ich ihn als Charakter sehr interessant, aber mit der Zeit war mir seine Art etwas zu anstrengend. Er ist sehr verschlossen und sucht immer die Schuld bei sich. Im Grunde ist der erste Charakterzug nicht verwerflich, aber die Kombination war mir irgendwann zu viel.
Zudem gibt es ja mittlerweile nur noch Krimireihen, weswegen ich diese Reihe wohl nur weiterverfolgen werde, wenn das Thema wieder so gut ist wie in „40 Stunden“ und der zweite Fall unvorhersehbarer ist als der Auftakt der Reihe.

sterne30S

 

Vielen Dank für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars:
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Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Von Robin Sloan

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Info zum Buch:
Der Schauplatz ist größtenteils San Francisco/ U.S.A. Es gibt auch einen Abstecher nach New York City.

 

Inhalt:

Buecher.de

Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.

 

Meine Meinung:

Der Webdesigner Clay Jannon bewirbt sich nach seinem Jobverlust in der Buchhandlung von Mr. Penumbra, auf die er zufällig aufmerksam wurde.
Bald wird ihm klar, dass in dieser Buchhandlung etwas nicht stimmt. Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen nur seltsame Bücher aus, die keinen Text, sondern nur Aneinanderreihungen von Buchstaben enthalten.
Clay forscht nach und erfährt, dass Penumbra und Co. einem uralten Geheimnis auf der Spur sind, das sich nur mit Hilfe dieser sonderbaren Büchern lösen lässt.
Anhand des Titels „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ und der Inhaltsangabe, könnte man meinen, dass Robin Sloan ein Buch über Bücher und die Buchhandlung von Mr. Penumbra geschrieben hat (auch der Originaltitel „Mr. Penumbra’s 24-Hour-Bookstore“ lässt dies vermuten).
Dem ist aber nicht so. Zu Beginn sind Bücher noch ein zentrales Thema, aber schon bald geht es weder um die Buchhandlung noch um Penumbra. Es geht um Google, Technik und einen seltsamen Geheimbund, der aber auch nicht das hält, was er verspricht.
Überhaupt könnte man gut sagen, dass das Buch insgesamt nicht das hält, was es verspricht.
Ich weiß nicht, ob der Autor Geld dafür bekommt oder ob er nur ein Fanboy ist, aber das Wort „Google“ kommt gefühlte 100 Mal vor (wenn nicht sogar tatsächlich). Sogar in Situationen, in denen dieses Wort gut zu umschreiben oder austauschbar gewesen wäre, beharrt Sloan auf „Google“. Wenn er damit für den Konzern Werbung betreiben will, dann ist es ihm nicht gelungen, so aggressiv geht er mit der Verwendung des Wortes um. Im Gegenteil, das Lesen wurde dadurch, neben den sehr techniklastigen Eröterungen des Konzerns und der Graphikerwelt, erschwert und da half auch Sloans flüssiger Schreibstil nicht weiter.
Die Protagonisten sind dann auch so ein Fall. Clay, die Hauptperson, wirkt wie ein kleiner, verängstigter Junge, absolut unreif und unsympathisch. Seine Freundin Kat ist überflüssig und farblos. Sie wirkt oft wie ein Roboter, was auch an ihrer Tätigkeit für die Suchmaschine liegen kann. Man hätte sie und die Geschichte zwischen Clay und ihr ruhig weglassen können.
Selbst Penumbra kommt nicht gut weg. Er taucht nur sporadisch in der Handlung auf und ansonsten erfährt der Leser nicht viel über ihn.
Es gab zwar ein paar unterhaltsame Stellen, aber der Humor kam bei mir größtenteils nicht an, zu nerdig sind die Protagonisten.
Die Handlung plätschert dann so dahin und alles passiert einfach ohne Hindernisse, ohne Spannung und ohne Überraschung.
Es waren zwar ein paar gute Denkansätze vorhanden, aber dann wurde wieder die „Googlekeule“ geschwungen und hat jedes bisschen an aufkommender Atmosphäre zunichte gemacht.
„Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ ist mitnichten eine „Liebeserklärung an Bücher“, eher ein flaches, unspektakuläres und überflüssiges Buch mit zuviel Google.

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Schlaf nicht ein

Von Michelle Harrison

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Info zum Buch:
Der Schauplatz liegt in Essex/ England.

 

Inhalt:

Buecher.de

Du siehst nachts die Geister von Toten.
Du bist ihnen hilflos ausgeliefert.
Und einer der Toten will deine große Liebe für sich.
Du musst etwas tun und du bist ganz allein.
Seit Monaten versucht Elliot, sich mit allen Mitteln wachzuhalten. Denn nachdem er bei einem Unfall für einige Minuten klinisch tot war, passieren schaurige Dinge mit ihm, während er schläft: Er kann sich nicht rühren, spürt Schatten, die sich um ihn herum bewegen, oder er wandelt durchs Haus, während sein Körper schlafend im Bett liegt. Als er sich in Ophelia verliebt, wird es noch unheimlicher: Offenbar versucht ein Toter, Besitz von Elliots Körper zu ergreifen.

 

Meine Meinung:

Seit einem Unfall, bei dem Elliott kurz klinisch tot war, hat er die Gabe, dass er beim Schlafen aus seinem Körper gehen kann und dadurch Geister sieht. Elliott ist ihnen hilflos ausgeliefert und weiß nicht, wie er sich dagegen wehren kann außer, indem er auf Schlaf verzichtet.
Als er Ophelia kennenlernt, spitzt sich die Lage zu, als er merkt, dass etwas von seinem Körper Besitz erlangen will.
Michelle Harrison hat mit „Schlaf nicht ein“ ein absolut lesenswertes, mitreißendes und sehr gruseliges Buch geschrieben.
Allein vom Klappentext her, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass das Buch mich so begeistern könnte.
Elliott, ein 17jähriger Jungen und vor seinem Unfall ein absoluter Draufgänger, stellt eine angenehme Abwechslung zur sonst weiblichen, naiven Hauptprotagonistin in diesem Genre dar. Es hat zwar etwas gedauert bis ich mit ihm warm geworden bin, aber dann fand ich ihn sehr sympathisch. Genau so wie Ophelia, die sehr speziell und dadurch sehr authentisch ist.
Charakterlich hebt sich „Schlaf nicht ein“ deutlich von anderen Jugendfantasybüchern ab.
Zudem ist es ein Buch über Geister. Teilweise blutig und immer sehr schaurig begegnen dem Leser verschiedene Geistergeschichten, die durch den Handlungsort England noch atmosphärischer wirken und nicht nur ein Mal einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.
Harrisons Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen und das Buch entwickelt recht schnell einen tiefen Sog, der einen mitreißt und sich bis zum Ende immer weiter steigert, dass es fast nicht mehr zu ertragen ist. Ich war richtig im Buch gefangen und die vielen überraschenden Ereignisse und Wendungen haben zusätzlich dazu beigetragen.
„Schlaf nicht ein“ ist so gut, dass ich auch nach dem Lesen noch absolut begeistert bin! Atmosphärisch sehr dicht mit tollen Charakteren und einem hohen Gruselfaktor ist es für mich ein Lesehighlight!

sterne50S

 

Vielen Dank für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars:
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